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Wenn Kugeln bergauf rollen und Neugier Flügel bekommt

28.​04.​2026

Forschergeist zum Anfassen | MINIPHÄNOMENTA begeistert Jung und Alt 

 

Hutthurm. Schwerkraft scheint außer Kraft gesetzt, Kugeln rollen bergauf, Magnete tanzen und Luft wird sichtbar: Zum Tag der Öffentlichkeit der MINIPHÄNOMENTA verwandelte sich das Prager Schulhaus der Grundschule Hutthurm-Büchlberg in ein lebendiges Forschungslabor. Flure, Klassenzimmer und freie Bereiche waren gefüllt mit Experimentierstationen, mit neugierigen Kindern, staunenden Erwachsenen, angeregten Gesprächen und vielen Aha‑Momenten. Sie alle tauchten gemeinsam in eine Welt voller Staunen, Fragen und Entdeckungen ein – und durften einen äußerst spannenden, inspirierenden und erkenntnisreichen Nachmittag erleben. Auch am Schulstandort in Hutthurm laden zahlreiche Stationen dazu ein, selbst zu entdecken, zu forschen und Naturwissenschaften mit allen Sinnen zu begreifen.

Mit sichtbarer Freude begrüßten Schulleiterin Martina Müller und Konrektorin Andrea Schön die zahlreichen Besucherinnen und Besucher, Michaela Schub‑Höglmeier, Schulamtsdirektor Klaus Sterner, Ersten Bürgermeister Max Rosenberger, Elisa Franko, von der Technischen Hochschule Deggendorf am Technologie Campus Hutthurm den wissenschaftlichen Leiter Prof. Sebastian Kölbl und operativen Leiter Tim Stockbauer, sowie Marktgemeinderäte.

In ihrem Grußwort erläuterte Michaela Schub‑Höglmeier, warum die bayerischen Metall‑ und Elektro‑Arbeitgeberverbände bayme vbm das Projekt als Hauptförderer unterstützen:
„Damit der Wirtschaftsstandort Bayern auch in Zukunft erfolgreich bleibt, brauchen wir euch – junge, wissbegierige Menschen, die sich für Technik und Naturwissenschaften interessieren.“ Besonders wichtig sei es, Kinder frühzeitig – und insbesondere auch Mädchen – für technische und naturwissenschaftliche Zusammenhänge zu begeistern, denn nur so entstehe später echtes Interesse an technischen Berufen.

Im Verlauf der Eröffnung griff Mia Scherm aus der Klasse 4a diese Gedanken auf und berührte mit ihren Worten viele der Anwesenden. Mutig sprach die Schülerin aus, was viele Kinder empfanden: Die MINIPHÄNOMENTA habe gezeigt, wie spannend Lernen sein könne, wenn man selbst ausprobieren darf. Sie wünsche sich, dass dieses Gefühl nicht wieder verschwinde, sondern bleibt und bat die Eltern und Lehrkräfte, gemeinsam mit den Kindern eigene Experimentierstationen nachzubauen. Gleichzeitig verband sie ihren Wunsch mit der Bitte um Spenden für die Finanzierung. 

Schulamtsdirektor Klaus Sterner bezeichnete die MINIPHÄNOMENTA als etwas ganz Außergewöhnliches. Phänomene hätten Menschen seit jeher fasziniert, weil sie zum Fragenstellen und Weiterdenken anregen. Passend dazu erinnerte er an ein dem Philosophen Konfuzius zugeschriebenes Zitat: „Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es können.“

Bürgermeister Max Rosenberger brachte seine große Anerkennung für das Projekt zum Ausdruck: „Ich bin beeindruckt, wie sich unser Schulhaus in ein lebendiges Forschungslabor verwandelt hat. Wenn ich sehe, wie die Kinder an den Stationen experimentieren und dabei mit eigenen Händen entdecken, was sonst nur im Buch steht, ist spürbar, wie viel Freude und Neugier hier geweckt werden.“

Einen umfassenden Einblick in das Projekt gab Elisa Franko, Projektleiterin der MINIPHÄNOMENTA in Bayern. Der speziell für Grundschulen entwickelte Experimentierparcours aus über 50 Stationen komme bewusst ohne Erklärungen aus, verweile 14 Tage und wandere dann an die nächste Grundschule weiter. Die Kinder sollen frei forschen, ausprobieren, beobachten und eigene Antworten finden, sich dabei mit Phänomenen aus den Bereichen Schwerkraft, Luftdruck, Akustik und optischen Täuschungen beschäftigen.

Schon beim Rundgang durch das Schulhaus wurde deutlich, was die MINIPHÄNOMENTA so besonders macht. Überall wurde ausprobiert, beobachtet, diskutiert und erneut getestet. Fragen entstanden ganz von selbst: Warum bleibt der Ballon in der Luft? Wieso rollt die Kugel scheinbar bergauf? Warum machen die Rohre unterschiedliche Töne? An jeder Station luden die Phänomene dazu ein, eigene Vermutungen aufzustellen und diesen durch wiederholtes Experimentieren auf den Grund zu gehen. Die Kinder erklärten mit großer Begeisterung die Stationen, schilderten Beobachtungen, formulierten eigene Theorien und wurden nicht müde, auch bei den Erwachsenen den Forscher‑ und Entdeckerdrang zu wecken. Lernen fand hier ganz selbstverständlich auf Augenhöhe statt.

Am Ende waren sich alle einig: Die MINIPHÄNOMENTA macht Naturwissenschaften begreifbar, weckt nachhaltig Neugier und hinterlässt einen Forschergeist, der weit über diesen besonderen Nachmittag hinauswirkt. Viele gingen mit funkelnden Augen, vollen Köpfen und dem Wunsch, weiter zu fragen, zu denken und zu experimentieren. Die MINIPHÄNOMENTA hat gezeigt, dass Lernen dann am stärksten wirkt, wenn Staunen erlaubt ist, wenn Hände ausprobieren dürfen und Fragen wichtiger sind als schnelle Antworten. Was an diesem Tag begann, war mehr als ein Schulprojekt – es war ein Funke, der übersprang. Ein Funke, der vielleicht den Grundstein legt für kleine Forschende von heute und mutige Gestaltende von morgen. 

Für das leibliche Wohl sorgte der Elternbeirat mit einem reichhaltigen Kuchenbuffet; die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen ergänzten das Angebot mit abwechslungsreichem Fingerfood. Andrea Schön dankte den Projektleiterinnen vor Ort, StRin Andrea Grünberger und LIn Anna Lisa Springer, für ihren großen organisatorischen Einsatz und ihr pädagogisches Feingefühl, FLin Sonja Dindorf-Weishäupl sowie der Elternbeiratsvorsitzenden Martina Kössler. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von den Sängern der dritten und vierten Klassen mit ihren Lehrerinnen Rita Schmalhofer und Christina Klinger. Auch allen Lehrkräften und Veronika Salwiczek von der erweiterten Schulleitung galt ihr Dank für die tatkräftige Unterstützung: „Solche Projekte zeigen eindrucksvoll: Schule ist mehr als Unterricht – sie lebt vom Miteinander, vom Engagement vieler und von der Begeisterung der Kinder.“


Bericht und Fotos: Helga Wiedenbein, erschienen in der Passauer Neuen Presse am Montag, 20.04.2026

 

Bild zur Meldung: Freuten sich über den Erfolg: Sebastian Kölbl, Andrea Grünberger, Andreas Gastinger, Tim Stockbauer, Manuela Rosenberger, Anna Lisa Springer, Max Rosenberger, Klaus Sterner, Elisa Franko, Michaela Schub Höglmeier, Andrea Schön, Martina Müller

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